Cathrin schrieb am Samstag, 3. Mai 2008, 21:24
Das DFG-Forschungszentrum MATHEON testet im Mathe-Jahr neue Lehrkonzepte: Grundschüler erforschen Formeln im Alltag, entdecken die spannende Seite der Zahlenlehre. Cathrin Günzel beobachtete an einer Grundschule in Berlin, wie der neue Mathe-Unterricht funktioniert. Der Report erschien im April bei FOCUS Online - inklusive Bildergalerie.
Wollknäuel und Absperrband: So einfach ist das mit dem U-Bahn-Netz, erklärt “Mathemacherin” Brigitte Lutz-Westphal. Foto: Cathrin Günzel
“Endlich Mathe!” Mit leuchtenden Augen, brav in einer Reihe, stehen Charlotte, Noel und die anderen 21 Mädchen und Jungen der 5g vor ihrem Klassenraum in der Wartburg-Grundschule Berlin-Moabit. Kaum drinnen, drängen sie sich um die abgewetzten Tische, auf denen sorgsam gezeichnete Pläne liegen: Die Fünftklässler haben die U- und S-Bahn-Karten der Berliner Verkehrsbetriebe farbig kopiert, Querschnitte des Umsteigebahnhofes Berlin Alexanderplatz gemalt - und mit einer eigens entwickelten Formel die Zahl der Umsteigemöglichkeiten ausgerechnet: “496 gibt es!”, berichten Lasse und Noel stolz. “Wir waren selbst dort, haben am Alex Skizzen gezeichnet, von allen Ebenen und Läden. Das hat Spaß gemacht”, erzählen die beiden Zehnjährigen begeistert. Zurück in der Schule, entstanden aus den Entwürfen Plakate - die zieren jetzt die Wände des Klassenzimmers. “Zuerst haben wir gedacht, das ist gar kein Mathe”, freuen sich Lasse und Noel. Denn statt sturem Kopfrechnen durften sie Forschen und Zeichnen, anschließend jeder mit seinem eigenen Plan den “besten Weg” von A nach B finden. Und dabei entdecken: Es gibt viele Lösungen für ein Problem und Mathe sieht manchmal nicht nach trockenen Zahlen aus. Selbst nach einer ganzen Woche “angewandter Mathematik” murrt kein einziger Schüler.
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Themen: Berlin, Bildung, Schule
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Cathrin schrieb am Mittwoch, 7. März 2007, 20:36
Interview mit Achim Berg, Geschäftsführer von Microsoft Deutschland, auf dem FOCUS-Schule-Bildungsgipfel in Berlin über seine Vision der Zukunft des Lernens, geführt von Cathrin Günzel und veröffentlicht bei FOCUS ONLINE am 6. März 2007
Sie sind selbst Vater. Wie führen Sie Ihren Sohn an Neue Medien heran?
Berg: Mein neunjähriger Sohn Patrick schickt mir jeden Tag kurze Botschaften per Instant Messenger von seinem PC zu Hause ins Büro. Ich versuche ihm immer schnell zu antworten. Das ist für mich ein Weg, ihn an den kommunikativen Umgang mit dem Rechner zu gewöhnen. Damit er aber nicht zu lange am PC arbeitet und nicht in die dunklen Ecken des Netzes gerät, habe ich zahlreiche Sicherheitsbarrieren eingerichtet - Vista macht es möglich. Er darf zum Beispiel nur bestimmte Programme starten, nur ausgewählte Webseiten besuchen. Und nach einer von mir eingestellten Zeit fährt der Computer automatisch herunter.
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Themen: Bildung, E-Learning, Internet, Politik, Schule, Web 2.0
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Cathrin schrieb am Mittwoch, 7. März 2007, 16:07
Neue Medien sind die Basis guter Schulbildung, doch in deutschen Klassenräumen mangelt es nach wie vor an Computern und Internetanschlüssen. Veröffentlicht von Cathrin Günzel in FOCUS Online am 5. März 2007.
Was Hänschen nicht lernt, verbaut dem Hans die Karriere: Wer heute die Schule ohne Computer- und Internetkenntnisse verlässt, hat kaum Chancen auf einen guten Ausbildungsplatz und Erfolg im Beruf. Doch in vielen deutschen Klassenzimmern fehlt es sogar an den nötigen Steckdosen, um Computer und Bildschirme überhaupt anzuschließen. Vom Internetzugang ganz zu schweigen. Ausstattungsdefizite über alle Schulformen hinweg fand die “Bildungsstudie Deutschland 2007″ von FOCUS und Microsoft, die am Dienstag auf dem 3. FOCUS-SCHULE Bildungsgipfel in Berlin vorgestellt wird: Nur 56 Prozent der befragten Lehrer an Haupt-, Real- und Gesamtschulen sowie Gymnasien berichten laut Studie, dass in ihren Schulen ausreichend Räume mit genügend Steckdosen für den Computereinsatz vorhanden sind. Und nur 46 Prozent finden in ihrem Schulgebäude genug Zimmer mit entsprechenden Internetanschlüssen vor. Finster schaut es auch bei der Hardware-Ausrüstung aus: Lediglich 55 Prozent der Pädagogen glauben, dass genug Rechner samt zugehörigem Equipment im Computerraum ihrer Schule stehen. Für die Klassenzimmer bestätigen dies sogar nur 17 Prozent. Mit genug Software für fachbezogene Programme ist eine Minderheit von 32 Prozent ausgestattet.
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Themen: Bildung, Computer, Internet, Politik, Schule, Web 2.0
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Cathrin schrieb am Mittwoch, 7. März 2007, 15:57
Politiker und Pädagogen, Prominenz und Medien debattierten auf dem 3. Bildungsgipfel von FOCUS-SCHULE Anfang März 2007 in Berlin, der Artikel von Cathrin Günzel wurde veröffentlicht bei FOCUS ONLINE am 6. März 2007:
“Das ist der Flatscreen des 19. Jahrhunderts”, ruft Zauberer Thomas Fraps und hält eine Schiefertafel nach oben. Das Publikum im voll besetzten Foyer des Dresdner-Bank-Gebäudes am Brandenburger Tor in Berlin grinst. Dann muss Schauspielerin Jenny Elvers-Elbertzhagen auf die Bühne, streckt auf sein Kommando die Arme aus und lächelt etwas unsicher. Zwei Schiefertafeln darauf geklappt - und fertig ist das Ur-Notebook. “Das ist unser Windows CE - Chalk Edition (dt.: Kreide-Edition)”, witzelt Fraps. Und testet die “Gedankenübertragung” aus dem Auditorium aufs Podium: Auf dem Schieferuntergrund die Kreideaufschrift “Tatsache” - von einem der Zuschauer “draufgezaubert”. Mit seiner launigen Show-Einlage “Lernen muss Spaß machen” brachte Fraps das Publikum beim 3. Bildungsgipfel von FOCUS-SCHULE in Berlin in Stimmung. Doch dann ging es ernst zur Sache: Den Dialog zwischen Politik, Wirtschaft, Eltern und Schule über die Bildung von Morgen probten Bundeswirtschaftsminister Michael Glos - Vater zweier Söhne, Berlins Bildungs- und Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner - ein Sohn, eine Tochter, Schauspielerin Jenny Elvers-Elbertzhagen (”Knallhart”) - ein Sohn, Aleksander Dzembritzki, Leiter der Berliner Rütli-Schule - 2 Söhne - sowie Microsoft-Deutschland-Geschäftsführer Achim Berg - ein Sohn. Motto der Debatte: “Wir sind Schule! Warum Eltern, Lehrer und Wirtschaft mehr miteinander reden sollten.”
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Themen: Bildung, Computer, Internet, Politik, Schule, Web 2.0
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Cathrin schrieb am Sonntag, 9. Januar 2005, 16:37
Der Medienforscher Ludwig Issing glaubt, dass der frühe Umgang mit Online-Medien Kreativität fördern kann. Das Interview wurde geführt von Cathrin Günzel und erschien im Rahmen des Artikels “Einstieg bereits mit drei” in FOCUS 01/2005.
Ab welchem Alter dürfen Kinder ins Internet?
Issing: Wenn Eltern privat oder beruflich mit Computer und Internet arbeiten, können sie schon Dreijährige spielerisch an diese Medien heranführen - allerdings im Vorschulalter maximal 15 Minuten am Tag. Kinder interessieren sich ja dafür, was die Erwachsenen tun. Das Vorschulalter ist von großer Bedeutung für die Entwicklung des Denkens und des Lernvermögens. In dieser Zeit bilden sich neuronale Vernetzungen im Gehirn besonders leicht. Die Eltern sollten daher unbedingt auf die natürliche Neugierde und Lernbereitschaft der Kinder zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr eingehen. Was in dieser Zeit versäumt wird, lässt sich später nur schwer nachholen.
Wie sollten Eltern vorgehen?
Issing: Zeigen, wie sinnvoll das Internet bei Alltagsproblemen helfen kann. Wenn die Familie zum Beispiel den Urlaub plant, können alle gemeinsam dort nach Zielen, Bildern und Routen fahnden. Wenn Mutti Plätzchen backen will, kann sie Rezepte suchen. Dabei darf das Kind Maus oder Tasten selbst bedienen, wenn es Freude daran hat.
Was gilt es zu vermeiden?
Issing: Kinder im Internet sich selbst zu überlassen. Die Eltern müssen ihnen zeigen, wie sie dem Internet Informationen entlocken. Die Fundstücke sollten sie zusammen bewerten: Was ist brauchbar, interessant, lustig? Das hilft, Urteilsvermögen, Kritikfähigkeit und Medienkompetenz der Kinder zu entwickeln.
Gerade kleine Kinder spielen online sehr gern …
Issing: Eltern sollten sich hüten, das Internet als Spielzeug einzuführen. Computerspiele können Kinder rasch abhängig machen. Die meisten Online-Welten für Kinder konzentrieren sich auf Renn- und Verfolgungsspiele. Kindgerechte Angebote für das kreative und spielerische Lösen von Alltagsproblemen sind leider noch zu selten.
Ludwig Issing ist Professor für Medienpsychologie und Medienpädagogik an der Freien Universität Berlin.
Themen: Bildung, Computer, Medien, Neue Medien, Schule
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Cathrin schrieb am Sonntag, 9. Januar 2005, 15:06
Das Internet verunsichert Eltern. Wann ist der Nachwuchs alt genug dafür? Welches sind die geeigneten Angebote? Artikel von Cathrin Günzel, erschienen in FOCUS 01/2005. Der erste Teil, “Monsterfrösche ferngesteuert“, erschien in FOCUS 53/2004.
Bei der Münchner Familie Z. herrscht ein eigener Kodex in Sachen Internet. Ausgiebige Ausflüge in die Weiten des Web bleiben den Kindern Maximilian, 11, und Sophie, 14, versagt. “Wir blicken ja selber kaum durch, welche Gefahren dort lauern”, konstatiert Vater Lubischa. “Ein Klick, und schwupp landen Viren oder Schweinkram auf dem Rechner”, befürchtet er. Wie schnell Kinder Werbelügen oder manipulierten Informationen aufsäßen, sei den meisten Eltern nicht bewusst, ist der 52-jährige Sachbearbeiter überzeugt. “Für Schulrecherchen eignet sich das Internet dagegen hervorragend”, räumt er ein. Vor anderthalb Jahren engagierten er und seine Frau sogar einen Privatlehrer, der den Sprösslingen lehrreiche Ecken im Web zeigte.
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Themen: Bildung, Computer, Medien, Neue Medien, Schule
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Cathrin schrieb am Freitag, 31. Dezember 2004, 14:52
Noch bevor Kinder richtig schreiben und lesen können, klicken sie sich durchs Internet - häufig ohne Erwachsene. Artikel von Cathrin Günzel, erschienen in FOCUS 53/2004. Der zweite Teil “Einstieg bereits mit drei” erschien in FOCUS 01/2005.
Rasch ruckt der neunjährige Alexander die Computermaus nach rechts und grinst erleichtert. Fast hätte der Monsterfrosch auf der Gegenfahrbahn seinen Turbokart gerammt. Die Zunge zwischen den Lippen, beobachtet der Münchner Drittklässler, wie seine bunte Seifenkiste auf dem Bildschirm mit quietschenden Reifen über eine Brücke rast. Plötzlich steht das Bild still. “Mist, das Internet ist abgestürzt”, stöhnt der Grundschüler. Seine elfjährige Schwester Katharina startet den Browser neu, Alexander tippt die Adresse seiner Lieblingsseite Kidstation.de ein: “Mama hat mir die Seite mit den vielen lustigen Spielen gezeigt”, freut sich Alexander. Seit drei Jahren dürfen sich die Geschwister im Arbeitszimmer ihrer Mutter Doris mehrmals in der Woche für maximal anderthalb Stunden auf ihre Lieblings-Seiten klicken.
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Themen: Bildung, Computer, Medien, Neue Medien, Schule
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