Cathrin schrieb am Samstag, 21. April 2007, 12:08
Auf der Bühne pseudo-soziales Engagement und heuchlerische Parolen. Hinter den Kulissen dagegen die alte braune Soße aus dumpfem Hass, Ignoranz und Intoleranz. Heilsversprechen und einfache Erklärungsversuche, die nicht funktionieren können. Auf der Bühne also biedere Nabelschau, während in den Kulissen schon gezündelt wird… Am 3. Mai 2007 wurde im Theater der Jungen Welt in Leipzig die Broschüre “Hinter den Kulissen” präsentiert.
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Themen: NPD, Politik, Rechtsextremismus
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Cathrin schrieb am Sonntag, 25. März 2007, 16:21
Rechtsextremismus: Neue Rechtsextreme sind global orientiert, professioneller und intellektueller, zeigt die Analyse der NPD-Parteizeitung “Deutsche Stimme” durch Politikwissenschaftler Florian Hartleb von der TU Chemnitz. Cathrin Günzel sprach am 20. März 2007 mit dem Wissensch
aftler, das Interview wurde am 22. März 2007 auf FOCUS ONLINE veröffentlicht.
Sie haben alle Ausgaben der NPD-Parteipostille “Deutsche Stimme” seit Gründung 1976 analysiert, insgesamt rund 370 Exemplare. Haben sich die Rechtsextremen in den vergangenen 30 Jahren von tumben Glatzköpfen und Revanchisten zu Intellektuellen gewandelt?
Hartleb: Sie sind auf jeden Fall professioneller geworden. Das lässt sich an der “Deutschen Stimme” ablesen. Ihr Themenspektrum ist heute viel breiter. Neue Rubriken wie Wissenschaft, Wirtschaft und Soziales, Kultur und Geistesleben sowie ein Leitartikel des Parteichefs Udo Voigt auf Seite 2 sind hinzugekommen. Die Auflage hat sich mehr als verdoppelt - von 10.000 auf 21.000 Exemplare. Die Seitenzahl stieg von 16 auf 28. Immer wieder versucht die “Deutsche Stimme”, große deutsche Dichter, Denker und Künstler wie Schiller, Bach, Jakob Grimm zu vereinnahmen, die Rechten als Hort deutscher Traditionen darzustellen. Darin zeigen sich auch die Bemühungen der NPD, die gesamte rechte und konservative Szene zu konzentrieren. Und ihre Bedeutung im rechten Spektrum steigt tatsächlich an. Auch der Schulterschluss mit der lange verfeindeten DVU von Ex-NPDler Gerhard Frey ist ein Indiz dafür - den Parteimitgliedern übrigens in einem langen Interview in der “Deutschen Stimme” schmackhaft gemacht.
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Themen: NPD, Politik, Rechtsextremismus
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Cathrin schrieb am Dienstag, 2. April 2002, 23:43
Der promovierte Sozialwissenschaftler Thomas Pfeiffer erforscht die Neonazi-Szene. Der Sachbuchautor schrieb “Für Volk und Vaterland. Das Mediennetz der Rechten” und erstellt für das Innenministerium Nordrhein-Westfalen einer Studie zur intellektuellen Neuen Rechten. Das Interview von Cathrin Günzel erschien im Rahmen des Artikels “Extremisten im Web bekämpfen” in FOCUS 13/2002.
Welchen Stellenwert besitzt das Internet im Mediennetz der Rechtsradikalen?
Pfeiffer: Sie nutzen neue Kommunikationsformen zur schnellen Propaganda-Verbreitung. Als noch wenige wussten, wie das Internet funktioniert, hatten sie schon Homepages. Sie betreiben Web-Radios und MP3-Musiktauschbörsen. Die rassistische NSDAP-AO aus den USA zeigt sogar Internet-Fernsehen.
Würde ein NPD-Verbot auch online wirken?
Pfeiffer: Nein. Die NPD ist zwar besonders eng digital vernetzt. Ihre Homepages stellen trotzdem nur einen Bruchteil der Szeneseiten dar.
Peilen die Rechtsextremen neue Zielgruppen übers Web an?
Pfeiffer: Sie möchten unter anderem Kinder und Jugendliche anlocken. Ein US-Nazi schickt beispielsweise seinen zwölfjährigen Sohn Derek vor, der eine Kids-Page betreut.
Wie sollen Internet-Nutzer reagieren, wenn sie auf rechtsextreme Seiten stoßen?
Pfeiffer: Die Surfer sollten solche Angebote und deren Internet-Adresse den staatlichen oder unabhängigen Meldestellen wie jugendschutz.net oder Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter per E-Mail melden.
Themen: Medien, Neue Medien, NPD, Politik, Rechtsextremismus
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Cathrin schrieb am Dienstag, 2. April 2002, 23:23
Radikale nutzen das Web immer geschickter. Ihre Gegner fechten mit Filtern und Fakten gegen sie. Artikel von Cathrin Günzel, erschienen in FOCUS 13/2002.
Neugierig schauen 30 Neuntklässler im Computerraum des Münchner Michaeli Gymnasiums auf ihre PCs. Über die Bildschirme flimmern rechte Parolen, ewig Gestrige faseln auf einer dunkel gehaltenen Web-Seite vom Nazi-Widerstand, auf einer anderen vom angeblichen Mord an Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß. Die älteren Gymnasiasten Florian Pfeiffer, Philipp Schautschick und Julia Pletzenauer gehen durch die Reihen und beobachten, wie der rechtslastige Lesestoff wirkt. “Wir analysieren mit den Schülern die Seiten und diskutieren das Gelesene”, erklärt Philipp Schautschick, der selbst die zwölfte Klasse besucht. Die Angst um ihre jüngeren Mitschüler gab den drei Freunden den Anstoß zu ihrem Projekt “Betreutes Surfen”. “Wer Zitate oder scheinbar wissenschaftliche Aussagen auseinander nehmen oder den Urheber eines Angebots ausfindig machen kann, geht auch den intelligenteren Rechten nicht so schnell auf den Leim”, hofft der 19-Jährige.
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Themen: Medien, Neue Medien, NPD, Politik, Rechtsextremismus
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