Weltkindertag: Bildung auf Talfahrt in Deutschland
Cathrin schrieb am Mittwoch, 19. September 2007, 22:39
Die Bildungsanalyse der OECD bescheinigt Deutschland einen gravierenden Akademikermangel. Schuld könnte die soziale Auslese ein, die in Deutschland viel stärker ausgeprägt ist als in anderen Ländern Europas. Anlässlich des internationalen Kindertages: Ein Blick auf die Gründe von Cathrin Günzel.
Das deutsche Bildungssystem ist nicht einmal Mittelmaß: Im internationalen Vergleich rutschte es von Platz 10 auf Platz 22 - von 29 Ländern. Vor allem der Mangel an Abiturienten und Akademikern wirft Deutschland zurück, beschreibt die jährliche Bildungsanalyse der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD. Der Bericht “Bildung auf einen Blick” zeichnet ein düsteres Bild von der wissenschaftlichen und der daraus folgenden wirtschaftlichen Zukunft: Es mangelt am frischen Akademikerblut, für Ingenieure im Rentenalter fehlt der Nachwuchs. Und auch bei Pädagogen ist das Verhältnis Alt zu jung denkbar ungünstig. Während in den andern OECD-Nationen die Zahl der Studenten seit 1995 um durchschnittlich 41 Prozent stieg, waren es in Deutschland lediglich 5 Prozent. Nur 20 Prozent eines Jahrganges schaffen einen akademischen Abschluss - bei den anderen 29 OECD-Industrienationen sind es durchschnittlich 36 Prozent. Vor allem in den Naturwissenschaften und Technik herrscht in Deutschland Absolventenmangel - und die Zahl der Studienabbrecher ist vergleichsweise hoch. Ein Studium scheint in Deutschland weit weniger angesehen als in anderen Ländern: Nur 21 Prozent der 15-Jährigen wollen studieren. Bei ihren Altersgenossen in Südkorea sind es fast 80 Prozent, im OECD-Durchschnitt immer noch 57.

