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Da Politiker im Regelfall von neuen Dingen nichts verstehen, halten wir es für notwendig, sie davor zu schützen. Dies ist im beidseitigen Interesse, da unnötige Angstzustände bei Ihnen verhindert werden, ebenso wie es uns vor profilierungs- und machtsüchtigen Politikern schützt.

Sollten Sie der Meinung sein, dass Sie diese Internetseite dennoch sehen sollten, so können Sie jederzeit durch normalen Gebrauch eines Internetbrowsers darauf zugreifen. Dazu sind aber minimale Computerkenntnisse erforderlich. Sollten Sie diese nicht haben, vergessen Sie einfach dieses Internet und lassen uns in Ruhe.

Die Umgehung dieser Ausdrucksperre ist nach §95a UrhG verboten.

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Archiv zum Thema 'Neue Medien'

E-Learning: Von den Unis in die Wirtschaft

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Wie Unis ihre E-Learning-Plattformen erfolgreich vermarkten können, diskutieren internationale Bildungsexperten Ende Januar am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam. Artikel von Cathrin Günzel, erschienen am 16. November 2006 bei Focus Online.

Mehr Leistung, weniger Geld – der Sparzwang geht auch an den deutschen Universitäten und Hochschulen nicht vorbei. Um trotzdem konkurrenzfähig zu bleiben, konzentrieren sich die Bildungseinrichtungen in den nächsten Jahren auf den Ausbau ihrer E-Learning-Plattformen. “Hochschulen ohne Online-Infrastruktur sind nicht mehr wettbewerbsfähig”, glaubt der Präsident der Universität Osnabrück, Claus Rollinger. “Wir stecken mitten im Generationswechsel.” Auch das Bundesforschungsministerium greift den Hochschulen unter die Arme: Bis 2008 fließen 25 Millionen Euro in die Integration von E-Learning-Projekten zwischen Hamburg und Passau. Mit weiteren 15 Millionen Euro soll die Entwicklung von Geschäftsmodellen gefördert werden. Dabei geht es um den Einsatz der in den Universitäten entwickelten E-Learning-Module außerhalb des eigentlichen Hochschulbetriebes.

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Vorlesung im Kaffeehaus

Artikel zum Thema Online-Lernangebote an deutschen Hochschulen von Cathrin Günzel, erschienen in FOCUS 47/2005. 

Genervt durchwühlt Kristine Greßhöner in ihrer Wiener Studentenbude Seminarunterlagen. Für einen Vortrag über deutsche Geschichte fehlen der 23-Jährigen, die im September zum Auslandssemester an die Donau zog, einige Fakten. Rasch stöpselt sie das Notebook an, wählt die Internet-Adresse ihrer Heimatuniversität Osnabrück und tippt ihren Zugangscode für den Web-Campus ein. “Wenn es klemmt, helfen mir flott Kommilitonen in Foren und Chats. Auch Professoren erreiche ich mit wenigen Klicks”, erklärt die Geschichtsstudentin. Nach einer Stunde ist ihr Referat fertig.

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Nicht als Spielzeug nutzen

Der Medienforscher Ludwig Issing glaubt, dass der frühe Umgang mit Online-Medien Kreativität fördern kann. Das Interview wurde geführt von Cathrin Günzel und erschien im Rahmen des Artikels “Einstieg bereits mit drei” in FOCUS 01/2005.
Ab welchem Alter dürfen Kinder ins Internet?
Issing: Wenn Eltern privat oder beruflich mit Computer und Internet arbeiten,  können sie schon Dreijährige spielerisch an diese Medien heranführen – allerdings im Vorschulalter maximal 15 Minuten am Tag. Kinder interessieren sich ja dafür, was die Erwachsenen tun. Das Vorschulalter ist von großer Bedeutung für die Entwicklung des Denkens und des Lernvermögens. In dieser Zeit bilden sich neuronale Vernetzungen im Gehirn besonders leicht. Die Eltern sollten daher unbedingt auf die natürliche Neugierde und Lernbereitschaft der Kinder zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr eingehen. Was in dieser Zeit versäumt wird, lässt sich später nur schwer nachholen.

Wie sollten Eltern vorgehen?
Issing: Zeigen, wie sinnvoll das Internet bei Alltagsproblemen helfen kann. Wenn die Familie zum Beispiel den Urlaub plant, können alle gemeinsam dort nach Zielen, Bildern und Routen fahnden. Wenn Mutti Plätzchen backen will, kann sie Rezepte suchen. Dabei darf das Kind Maus oder Tasten selbst bedienen, wenn es Freude daran hat.

Was gilt es zu vermeiden?
Issing: Kinder im Internet sich selbst zu überlassen. Die Eltern müssen ihnen zeigen, wie sie dem Internet Informationen entlocken. Die Fundstücke sollten sie zusammen bewerten: Was ist brauchbar, interessant, lustig? Das hilft, Urteilsvermögen, Kritikfähigkeit und Medienkompetenz der Kinder zu entwickeln.

Gerade kleine Kinder spielen online sehr gern …
Issing: Eltern sollten sich hüten, das Internet als Spielzeug einzuführen. Computerspiele können Kinder rasch abhängig machen. Die meisten Online-Welten für Kinder konzentrieren sich auf Renn- und Verfolgungsspiele. Kindgerechte Angebote für das kreative und spielerische Lösen von Alltagsproblemen sind leider noch zu selten.

Ludwig Issing ist Professor für Medienpsychologie und Medienpädagogik an der Freien Universität Berlin.  


Einstieg bereits mit drei

Das Internet verunsichert Eltern. Wann ist der Nachwuchs alt genug dafür? Welches sind die geeigneten Angebote? Artikel von Cathrin Günzel, erschienen in FOCUS 01/2005. Der erste Teil, “Monsterfrösche ferngesteuert“, erschien in FOCUS 53/2004.

Bei der Münchner Familie Z. herrscht ein eigener Kodex in Sachen Internet. Ausgiebige Ausflüge in die Weiten des Web bleiben den Kindern Maximilian, 11, und Sophie, 14, versagt. “Wir blicken ja selber kaum durch, welche Gefahren dort lauern”, konstatiert Vater Lubischa. “Ein Klick, und schwupp landen Viren oder Schweinkram auf dem Rechner”, befürchtet er. Wie schnell Kinder Werbelügen oder manipulierten Informationen aufsäßen, sei den meisten Eltern nicht bewusst, ist der 52-jährige Sachbearbeiter überzeugt. “Für Schulrecherchen eignet sich das Internet dagegen hervorragend”, räumt er ein. Vor anderthalb Jahren engagierten er und seine Frau sogar einen Privatlehrer, der den Sprösslingen lehrreiche Ecken im Web zeigte.

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Wirkungslos geblieben: 150 Millionen Euro

Interview zum Förderprogramm “Neue Medien in der Bildung” mit Walter Kugemann, Leiter der Einrichtung FIM-NeuesLernen an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg – erschienen im Rahmen des Artikels “Universitäten online: Dünkel und Dilletanten” von Cathrin Günzel und Jürgen Christ, FOCUS 34/2004.

Im Förderprogramm “Neue Medien in der Bildung” schüttete das Bundesbildungsministerium in den vergangenen vier Jahren 150 Millionen Euro aus UMTS-Geldern für Multimedia-Projekte an deutschen Hochschulen aus. Wo ist das Geld versickert?
Kugemann: Das meiste ist recht wirkungslos geblieben. Viele der 100 geförderten Projekte wurden an den Anforderungen des Lehrbetriebes vorbei entwickelt, wie technische Multimedia-Lösungen ohne Bezug zum Studienplan. Maximal 20 davon haben eine reelle Chance, auf Dauer zu überleben, wenn das Fördergeld verbraucht ist. Gemessen am Anspruch, war das Programm ein Flop. Die Hälfte des Budgets hätte bei sorgfältigerer Planung mindestens den gleichen Erfolg gehabt.

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Universitäten online: Dünkel und Dilletanten

Artikel von Cathrin Günzel und Jürgen Christ, eine redigierte Fassung erschien in FOCUS 34/2004

Wenn Toni Gunner Linguistik-Kurse an ihrer Marburger Universität besuchen will, schaltet die Anglistik-Studentin zu Hause einfach ihren Computer an. Um Übungen für die Prüfungszulassung zu absolvieren, muß die 23-Jährige keinen Fuß auf den Campus setzen. Sie loggt sich mit ihrem Passwort in das Online-Seminar auf dem “Virtual Linguistics Campus” im Web ein. Dort kann sie aus 25 verschiedenen Kursen wählen, liest Fachtexte, schaut sich Animationen an und löst Aufgaben. Bei Nachfragen chattet sie mit ihrem Professor oder schickt ihm eine E-Mail. “Ich habe bereits fünf Scheine im Internet erworben”, berichtet Gunner. “Und wenn ich im nächsten Jahr für ein Semester nach England gehe, verfolge ich mein Studium einfach im Web weiter.” Doch wenn sich die Studentin für das neue Semester einschreiben will, muss sie immer noch im Immatrikulationsbüro Schlange stehen. Eine Online-Alternative? Fehlanzeige.

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Monsterfrösche ferngesteuert

Noch bevor Kinder richtig schreiben und lesen können, klicken sie sich durchs Internet – häufig ohne Erwachsene. Artikel von Cathrin Günzel, erschienen in FOCUS 53/2004. Der zweite Teil “Einstieg bereits mit drei” erschien in FOCUS 01/2005.

Rasch ruckt der neunjährige Alexander die Computermaus nach rechts und grinst erleichtert. Fast hätte der Monsterfrosch auf der Gegenfahrbahn seinen Turbokart gerammt. Die Zunge zwischen den Lippen, beobachtet der Münchner Drittklässler, wie seine bunte Seifenkiste auf dem Bildschirm mit quietschenden Reifen über eine Brücke rast. Plötzlich steht das Bild still. “Mist, das Internet ist abgestürzt”, stöhnt der Grundschüler. Seine elfjährige Schwester Katharina startet den Browser neu, Alexander tippt die Adresse seiner Lieblingsseite Kidstation.de ein: “Mama hat mir die Seite mit den vielen lustigen Spielen gezeigt”, freut sich Alexander. Seit drei Jahren dürfen sich die Geschwister im Arbeitszimmer ihrer Mutter Doris mehrmals in der Woche für maximal anderthalb Stunden auf ihre Lieblings-Seiten klicken.

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“NPD-Verbot ohne Wirkung”

Der promovierte Sozialwissenschaftler Thomas Pfeiffer erforscht die Neonazi-Szene. Der Sachbuchautor schrieb “Für Volk und Vaterland. Das Mediennetz der Rechten” und erstellt für das Innenministerium Nordrhein-Westfalen einer Studie zur intellektuellen Neuen Rechten. Das Interview von Cathrin Günzel erschien im Rahmen des Artikels “Extremisten im Web bekämpfen” in FOCUS 13/2002.

Welchen Stellenwert besitzt das Internet im Mediennetz der Rechtsradikalen?
Pfeiffer: Sie nutzen neue Kommunikationsformen zur schnellen Propaganda-Verbreitung. Als noch wenige wussten, wie das Internet funktioniert, hatten sie schon Homepages. Sie betreiben Web-Radios und MP3-Musiktauschbörsen. Die rassistische NSDAP-AO aus den USA zeigt sogar Internet-Fernsehen.

Würde ein NPD-Verbot auch online wirken?
Pfeiffer: Nein. Die NPD ist zwar besonders eng digital vernetzt. Ihre Homepages stellen trotzdem nur einen Bruchteil der Szeneseiten dar.

Peilen die Rechtsextremen neue Zielgruppen übers Web an?
Pfeiffer: Sie möchten unter anderem Kinder und Jugendliche anlocken. Ein US-Nazi schickt beispielsweise seinen zwölfjährigen Sohn Derek vor, der eine Kids-Page betreut.

Wie sollen Internet-Nutzer reagieren, wenn sie auf rechtsextreme Seiten stoßen?
Pfeiffer: Die Surfer sollten solche Angebote und deren Internet-Adresse den staatlichen oder unabhängigen Meldestellen wie jugendschutz.net oder Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter per E-Mail melden.


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