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Archiv zum Thema 'Kultur'

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Unterschiedliche Kulturen führen auch zu unterschiedlichen Geschäfts- und Verhandlungsgebaren. Mit deutscher Effizienz und Arroganz verärgert der Unternehmer seine Geschäftspartner – gerade in Ost- und Mitteleuropa. Wer sich gar nicht mit der Kultur seines Geschäftspartners befasst, wird über so manche Reaktion staunen und unvermeidlich Fettnäpfe erwischen.

Artikel von Cathrin Günzel, erschienen in der Zeitschrift “Wirtschaft & markt”, 9/2007.

Raus aus dem Flieger, Vertragsentwurf auf den Tisch, Ruck zuck Paragrafen checken, Unterschrift, Geschäft gebongt. Zurück in den Flieger. Effektiv, gründlich, schnell. Die deutschen Geschäftsleute hatten ihren Tag in Budapest gründlich geplant. Nichts konnte schief gehen, alle Tücken waren durchgespielt. Bis auf den Kaffee. Den schenkten die ungarischen Verhandlungspartner unermüdlich ein – und würdigten das Vertragswerk keines Blickes. Ein bisschen Kaffeeklatsch, ein Kekschen? Heimliche Blicke auf die Uhr, den Plan im Nacken. Die Deutschen wollten verhandeln, die Ungarn quatschen. So schien es zumindest.

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Freischwinger: Warum vier Beine, wenn zwei reichen?

Aus einer Bauhaus-Idee wurde ein weltberühmtes Möbel. Text: Cathrin Günzel und Sebastian Späthe, erschienen in Heft 1/2006, “Astratech”-Magazin

Was bitte ist das für ein Möbel? Heute steht er in jeder zweiten Arztpraxis und sorgt kaum noch für Aufsehen: Der Freischwinger. Für den Betrachter der 20-er Jahre jedoch sah dieser neue Stahlrohrstuhl gewagt, grazil und vor allem wackelig aus. Nur vorsichtig trauten sich Mutige, darauf Platz zu nehmen. Zu dieser Zeit war der Bürger Holzmöbel gewöhnt, die stabil, solide, klotzig und nach traditioneller Handarbeit ausschauten. Denn der optische Eindruck von Stabilität war durch größere Materialvolumen der damaligen Inneneinrichtung geprägt. Stahlrohr, Anfang des Jahrhunderts ein für Möbel ungewöhnliches Material, erlaubte leichtes und minimalistisches Design.

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Die Krimi-Arche

Die Himmelsscheibe von Nebra hat ihr eigenes Museum. Am 21. Juni 2007 eröffnet die “Arche Nebra” und erzählt die spannende Geschichte der archäologischen Fundstätte.

Beitrag von Cathrin Günzel, erschienen bei FOCUS Online.
Bildergalerie zur Arche Nebra bei FOCUS Online.

Ein UFO ist gelandet, mitten im Wald, nahe der Unstrut in Sachsen Anhalt. Nicht weit von der Kleinstadt Nebra lugt es durch die Bäume. 60 Meter lang ist der Rumpf des “Raumschiffs”. Seine gelbgoldene Aluminiumhaut glänzt leicht in der Sonne, ein großes Panoramafenster schaut in Richtung Mittelberg. Dort, in drei Kilometer Entfernung, ragt ein bunkerähnlicher Betonbau in die Luft, in den Matsch der kahlen Hügelspitze gerammt. Sein kompakter Körper ist wie von einem riesigen Blitzstrahl in zwei Teile gespalten – die Lücke gibt den Blick auf den Himmel frei. Doch das UFO und sein Bunker sind keine Boten aus der Zukunft, sondern künden von der Vergangenheit: Die kühne goldene Konstruktion ist irdischer Natur, von Sachsen-Anhalts Archäologen in die Landschaft gesetzt zu Ehren der bei Nebra gefundenen Himmelsscheibe.

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Premiere: Sommertheater der Schauspielstudenten Leipzig

Don JuanIn jedem Jahr wartet “Leipzig” auf das Sommertheater der Schauspielstudenten. Morgen ist es soweit. Premiere des Klassikers: Don Juan oder in Spanien ist der Teufel los in der Textfassung von Gösta Knothe.

Seit 2004 verantwortet Sebastian Späthe als Produktionsleiter auch die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem Dramaturgen Carsten Linke für das MT-Journal der Hochschule für Musik und Theater Leipzig:

Vom Abgrund der Eroberung

Don Juan oder In Spanien ist der Teufel los: Sommertheater der Schauspielstudenten in Leipzig und Halle – frei nach dem Stück von Alexandre Dumas dem Älteren

Der Don Juan des Sommertheaters ist Ort und Zeit entrissen. Er verlangt nach Liebe und Befriedigung – irgendwo zwischen dem 17. Jahrhundert und dem Heute, zwischen Kloster und Striptease, zwischen Orient und Bretschneiderpark. Ein erfolgreicher Stratege der Verführung, doch überfordert von seiner Eroberungssucht: Der spanische Caballero in der phallischen Klemme – psychisch und physisch.

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Junge Köpfe, alte Köpfe

Risikobereitschaft versus Erfahrung, unbedingter Wille versus etablierte Netzwerke. Junge Firmengründer verfügen über andere Stärken als ihre Counterparts mit längerer Praxis. Erfolg können beide haben. Und sie brauchen einander.  Artikel von Cathrin Günzel uns Sebastian Späthe, erschienen in veränderter Fassung in think act 7/2006, Magazin von Roland Berger Strategy Consultants.

Ikea-Gründer Ingvar Kamprad ist der knickrigste Milliardär der Welt und “stolz darauf”. Für den 80-Jährigen ist “Gewinn ein wunderbares Wort”. Ergötzt am Geld hat sich der viertreichste Mann der Welt wohl schon als Schüler, als er mit dem Fahrrad von Tür zu Tür fuhr, Weihnachtskarten und Zündhölzer verklingelte. Und schon bald revolutionierte er seine Logistik. Er fuhr nicht mehr selbst, sondern gab dem Milchmann seine Fracht mit. Bereits damals definierte der Teenager Sparsamkeit und Effizienz als Grundlage seines Handelns. Bis heute gehören diese Werte zur Philosophie von Ikea. Der knickerige Schwede wurde zum Vorbild für viele junge Firmengründer.

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Sommer Nacht TraumMit dem 25. Sommertheater der Hochschule für Musik und Theater erfüllen sich Silvia Zygouris (Choreographie) und Wolf-Dietrich Rammeler (Regie) einen “Traum”. Schon seit Jahren hatten die Fachrichtungsleiterin der Abteilung Schauspiel und der Schaupsiel-Professor vor, den Sommernachtstraum nach ihrer Lesart auf die Bühne zu bringen. Die Inszenierung gehört zu den besten aus einem Vierteljahrhundert Sommertheater der Hochschule für Musik und Theater Leipzig. Regie und Choreographie strotzen vor Kreativität, das Publikum ist begeistert. Vor der Premiere führte der Produktionsleiter und Journalist Sebastian Späthe mit der künstelerischen Doppelspitze ein Interview: Beide äußerten sich in einer sympathisch zurückhaltenden Art, wie es in der Szene selten zu finden ist. Das Interview ist im MT-Journal erschienen:

Für das 25. Sommertheater greift die Hochschule mit Regisseur Wolf-Dietrich Rammler und Choreographin Silvia Zygouris auf ein hauseigenes Team zurück. Warum?

Silvia Zygouris: Das ist Zufall und hat nicht direkt mit dem Jubiläum zu tun. Außerdem ist ein Hausregisseur in der Geschichte des Sommertheaters nichts Außergewöhnliches. 1987 lief beispielsweise der „Sommernachtstraum“ sehr erfolgreich in der Regie von Prof. Bernd Guhr.

Wolf-Dietrich Rammler: Silvia Zygouris hatte 1998 mit einem Teil der Studenten des 2. Studienjahres neben dem eigentlichen Unterrichtsbetrieb eine Tanz-Theater-Fassung von „Endstation Sehnsucht“ nach T. Williams erarbeitet, die mir sehr gefiel und auch für einige Vorstellungen sehr erfolgreich in der Neuen Szene lief.

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Klick statt Kino

Hollywood geht ins Web: Neue Download-Angebote sollen die Zahl illegaler Raubkopien senken. Der Artikel von Cathrin Günzel erschien in FOCUS 16/2006. 

Den großen Auftritt beherrscht Hollywoodstar Morgan Freeman nicht nur auf der Leinwand. Sekundiert von Tom Hanks und Danny DeVito, trat der Mime Anfang des Jahres bei einer großen Computermesse in Las Vegas auf die Bühne von Chip-Gigant Intel, scherzte mit Firmenboss Paul Otellini und erklärte ganz beiläufig Revolutionäres: Filme der gemeinsamen Produktionsfirma Clickstar erscheinen künftig bereits kurz nach Kinostart auch im Web. “Unser Ziel ist es, den Verkauf einfacher und komfortabler zu machen als Raubkopieren”, so der Oscar-Preisträger. “Uns wird es nicht ergehen wie der Musikindustrie.”

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Feuchte Träume für Web-Voyeure

Blick hinter die Kulissen eines Online-Sex-Produzenten, Reportage von Cathrin Günzel im Frühjahr 2005.

Eine vergraute Hausfront, auffallend schmuddelig zwischen den blanken Fassaden im Hamburger Bürgerviertel Bergedorf. Versteckt hinter der blätternden Farbe gießt die Websex-Produktionsfirma Terra C. feuchte Männerträume in bunte Bilder. Einer davon nennt sich Maike, sitzt im Keller des Mietshauses auf einem Gitterbett und knetet sich die nackten Brüste. Vor sich zwei Monitore, auf den langen Beinen eine Computertastatur. Vier glotzäugige Webcams übertragen das Bild der schlanken Blondine live auf mehr als fünfhundert Sexseiten im Internet, zu Männern, die sich “supergeil” oder “Kill Bill” nennen und dafür bis zu 1,86 Euro pro Minute zahlen.

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