Freischwinger: Warum vier Beine, wenn zwei reichen?
Cathrin schrieb am Montag, 24. Dezember 2007, 19:14
Aus einer Bauhaus-Idee wurde ein weltberühmtes Möbel. Text: Cathrin Günzel und Sebastian Späthe, erschienen in Heft 1/2006, “Astratech”-Magazin
Was bitte ist das für ein Möbel? Heute steht er in jeder zweiten Arztpraxis und sorgt kaum noch für Aufsehen: Der Freischwinger. Für den Betrachter der 20-er Jahre jedoch sah dieser neue Stahlrohrstuhl gewagt, grazil und vor allem wackelig aus. Nur vorsichtig trauten sich Mutige, darauf Platz zu nehmen. Zu dieser Zeit war der Bürger Holzmöbel gewöhnt, die stabil, solide, klotzig und nach traditioneller Handarbeit ausschauten. Denn der optische Eindruck von Stabilität war durch größere Materialvolumen der damaligen Inneneinrichtung geprägt. Stahlrohr, Anfang des Jahrhunderts ein für Möbel ungewöhnliches Material, erlaubte leichtes und minimalistisches Design.

