jac schrieb am Freitag, 5. September 2008, 16:45
Zu den schnell beschlossenen geänderten deutschen Datenschutzbestimmungen ein Kommentar von Jürgen Christ.
Vielen Menschen war der Begriff schon nicht mehr geläufig. Oder sie lebten nach dem Motto “wer kein schlechtes Gewissen hat, hat auch nichts zu verbergen”. Datenschutz. Persönlichkeitsschutz. Die Themen erreichten in den letzten 10-15 Jahren ihren politischen Tiefpunkt in unserer Demokratie. Lediglich RFID, Vorratsdatenspeicherung und Videoüberwachung riefen wenige engagierte Bürger - wie den Bielefelder Foebud e.V. - auf den Plan.
Doch auf einmal ist Datenschutz das Hauptthema auf der Public Agenda, ja sogar gestern Aufmacher in den heute-Nachrichten. Hat sich mal ein Mensch gefragt, warum etwas so schnell von den Innenministern und den Datenschutzbeauftragten umgesetzt wird? Wessen Daten galt es wohl so schnell zu schützen? Erst die Tage wurde bekannt, dass bei Beate Uhse Namen und E-Mailadressen von Bestellern auf grund technischer Pannen auf der Website veröffentlicht wurden, darunter auch “Personen des öffentlichen Lebens”. Noch Fragen, liebe Bürger? Oder irgendwelche Anträge? Vielleicht einen auf Demokratie?
Wer konsequent Datenschutz will, handelt global und interkulturell. Die Kopplung von personenbezogenen Daten wie Namen, Anschrift und geographischen Informationen, wie es zahlreiche Google Mashups ermöglichen, geht viel weiter als es sich einfache Adressenhändler jemals erträumt haben, Beispiel Rottenneighbours (Online-Pranger für Nachbarschaftskriege). Datenschutz ist ein globales Thema und erfordert globales Handeln, z.B. gegen Spam.
Themen: Datenschutz
Kategorien: Kommentare | 0 Kommentare »
jac schrieb am Mittwoch, 28. Mai 2008, 19:09
Twitter ist eine Art Web Messenger, nicht proprietär wie ICQ, mit Schnittstellen zu diversen Web 2.0 Anwendungen - und kostenfreier Benachrichtigung per Handy-SMS. Endlich mal ein brauchbarer Messaging Service für Webproduzenten und -autoren ohne konsumorientierten Smilie Overload alla ICQ, MSN & Co. Damit wir besser zusammen arbeiten?
Bei Twitter hinterläßt man Tweets. Kurznachrichten. Was man eben gerade so macht. Wie? Ob im Web auf der Twitter-Homepage, vom Handy oder mit speziellen Twitter-Clients oder -Plugins. Andere können die Nachrichten mitverfolgen, wenn Sie es wünschen (followers). Oder Sie wieder Anderen (following). Auf Wunsch sogar kostenlos aufs Handy (weniger als 250 SMS).
Twitter - im Grunde genommen ein Webcommunity Building bzw. Networking Service - besticht heute Abend mal wieder durch seine unbeschreibliche Freundlichkeit in Sachen Fehler:

Themen: Communities, SMS, Web 2.0
Kategorien: Kommentare | 1 Kommentar »
jac schrieb am Mittwoch, 21. Mai 2008, 14:28
Online-Gästebücher gibt es viele. Ob auf Homepages, bei Xing oder MySpace. Manchmal steht gar nichts drin - meist aber nur Jubelrufe (Supercool !!!) oder Motivationsgebahren (Prima, weiter so!).
Für mich macht ein Online-Gästebuch kaum Sinn. Begeistert hat mich eher folgendes Beispiel - eine der originellsten Ideen für einen Werbeträger, den ich seit langem gesehen habe: Leipzigs erstes mobiles Gästebuch auf Rädern …

Zur Vergrößerung Foto anklicken
Kategorien: Kommentare | 0 Kommentare »
Cathrin schrieb am Dienstag, 4. Dezember 2007, 23:49
Wer weiß besser als der Kunde selbst, was ihn interessiert? Die IT- und Telekommunikationsunternehmen machen es deshalb inzwischen wie die Automobilindustrie: Sie holen sich ausgewählte Kunden ins Haus und saugen Ideen ab. Im Sommer lud sich zum Beispiel die Deutsche Telekom 100 Konsumenten ein, um ihnen mögliche Produkte für das Fernsehen über das Internet - IPTV - in sehr frühem Stadium zu präsentieren und Meinungen oder Vorschläge zu hören. Dies zumindest berichtete Fee Steinhoff, Project Field Manager MASF, Abteilung Innovation Development bei Deutsche Telekom Laboratories, während der Podiumsdiskussion “What’s Next with Television?” am 4. Dezember 2007 auf der Konferenz Connections Europe des US-Marktfoschungsunternehmens Parks Associates in Berlin. Wenn’s hilft… weiterlesen »»
Themen: IPTV, Medien, Telekommunikation
Kategorien: Berichte+Reportagen, Kommentare | 0 Kommentare »
jac schrieb am Dienstag, 27. November 2007, 19:58
Es nervt - und macht mich zum künftigen Anti-Kunden. Inzwischen erhalte ich fast jeden zweiten Abend unter meinem privatem Leipziger Telefonanschluss Anrufe von Marktforschungsunternehmen im Auftrag von Vodafone & Co - ob von Call Centern oder auch zunehmend von Einzelpersonen. Ich habe weder den Unternehmen noch diesen mir unbekannten Personen jemals eine Erlaubnis erteilt, mich beispielsweise um 19 Uhr anzurufen - und damit privat zu belästigen. “My home & my phone is my castle”.
Folgende Tipps der Verbraucherzentralen helfen Verbrauchern, ruhig und gelassen zu bleiben; nicht aufzulegen - und damit aufzugeben bis zum nächsten Mal; auf Dauer - oder zumindest - seltener belästigt zu werden; das Thema zum Thema zu machen - und die Forscher dauerhaft zu anderweitiger Kreativität zu bewegen; parallel dazu gesellschaftliche Veränderungen mit Gleichgesinnten zu bewirken, weil einige Unternehmen sich offenbar nicht mehr an Gesetze halten und mehr und mehr Politiker sich aus ihrer Verantwortung zurückziehen.
Zu den Tipps… weiterlesen »»
Themen: Call Center, Politik, Spam, Telekommunikation, Verbraucher, Wirtschaft
Kategorien: Kommentare, Ratgeber+Service | 4 Kommentare »
Cathrin schrieb am Mittwoch, 19. September 2007, 22:39
Die Bildungsanalyse der OECD bescheinigt Deutschland einen gravierenden Akademikermangel. Schuld könnte die soziale Auslese ein, die in Deutschland viel stärker ausgeprägt ist als in anderen Ländern Europas. Anlässlich des internationalen Kindertages: Ein Blick auf die Gründe von Cathrin Günzel.
Das deutsche Bildungssystem ist nicht einmal Mittelmaß: Im internationalen Vergleich rutschte es von Platz 10 auf Platz 22 - von 29 Ländern. Vor allem der Mangel an Abiturienten und Akademikern wirft Deutschland zurück, beschreibt die jährliche Bildungsanalyse der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD. Der Bericht “Bildung auf einen Blick” zeichnet ein düsteres Bild von der wissenschaftlichen und der daraus folgenden wirtschaftlichen Zukunft: Es mangelt am frischen Akademikerblut, für Ingenieure im Rentenalter fehlt der Nachwuchs. Und auch bei Pädagogen ist das Verhältnis Alt zu jung denkbar ungünstig. Während in den andern OECD-Nationen die Zahl der Studenten seit 1995 um durchschnittlich 41 Prozent stieg, waren es in Deutschland lediglich 5 Prozent. Nur 20 Prozent eines Jahrganges schaffen einen akademischen Abschluss - bei den anderen 29 OECD-Industrienationen sind es durchschnittlich 36 Prozent. Vor allem in den Naturwissenschaften und Technik herrscht in Deutschland Absolventenmangel - und die Zahl der Studienabbrecher ist vergleichsweise hoch. Ein Studium scheint in Deutschland weit weniger angesehen als in anderen Ländern: Nur 21 Prozent der 15-Jährigen wollen studieren. Bei ihren Altersgenossen in Südkorea sind es fast 80 Prozent, im OECD-Durchschnitt immer noch 57.
weiterlesen »»
Themen: Bildung, Hartz IV, OECD-Bildungsbericht, Sozialerhebung, Studiengebühren
Kategorien: Berichte+Reportagen, Kommentare | 1 Kommentar »
jac schrieb am Freitag, 14. September 2007, 23:03
Ein Kommentar von Jürgen Christ
In einem Drittel aller ostdeutschen Betriebe besteht inzwischen mehr als die Hälfte der Belegschaft aus staatlich zugeteilten 1-Euro-Jobbern.
Nach einer aktuellen Untersuchung des Institutes für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung arbeiten in einem Drittel aller ostdeutschen Betriebe mehr als die Hälfte der Belegschaft als 1-Euro-Jobber. Sie werden von einer Behörde gezwungen, für 1 Euro je Stunde zu arbeiten - zusätzlich zum “Hartz-IV-Satz” - darunter zahlreiche hochqualifizierte Fachkräfte. Einige Arbeitslose machen dies freiwillig, in der Hoffnung, so wieder einen festen Job zu finden. Doch diese Hoffnung trügt zumeist. Wer jedoch die Zwangsmaßnahme verweigert, erhält keine staatliche Unterstützung mehr bzw. muss erhebliche Kürzungen der finanziellen Leistungen zur Grundsicherung des Lebensunterhaltes in Kauf nehmen.

“Blühende Landschaften”, Foto von Jürgen Christ
weiterlesen »»
Themen: Arbeitsmarkt, Hartz IV, Politik, Wirtschaft
Kategorien: Kommentare | 0 Kommentare »
Sebastian schrieb am Donnerstag, 6. September 2007, 18:12
Ein Kommentar von Sebastian Späthe
Alle, deren Jurastudium schon eine Weile her ist, müssen sich in den letzten Jahren die Augen reiben. Im Hörsaal wurde Verbrauchernähe und Schutz der Schwachen propagiert. Eine Reihe neuerer Entscheidungen sprechen dagegen eine ganz andere Sprache. Hier ein neues Beispiel des Bayerischen Landessozialgerichtes (Az. L 11 AS 4/07), das an Weltfremdheit kaum zu überbieten ist.
Arbeitslosengeld II-Empfängern werden die Sozialleistungen gekürzt, wenn sie ins Krankenhaus müssen. Der Grund: Die Vollverpflegung im Krankenhaus stelle ein Einkommen dar, das zur Minderung der Hilfsbedürftigkeit führt. Die Rechtsanwältin Alexandra Wimmer der Deutschen Anwaltshotline erklärt die krude Logik: Die ihm gereichte Verpflegung (Verpflegungssatz 5,76 Euro täglich) habe sich der Patient durch seine Versicherungsbeiträge zur Krankenversicherung “erkauft”. Und es stehe dem Patienten nach Auffassung des Münchener Sozialgerichts ja frei, diese “geldwerten Sachleistungen” gegen entsprechende Bezahlung an Dritte weiterzugeben - so er einen Abnehmer finde. Sind also Marktplätze für abgestandene Diätkost die Marktlücke, die der Patient leichtfertig und zu Lasten des Staates übersehen hatte?
Vollkommen ad absurdum führt sich die Entscheidung selbst. Das Tagegeld von 10 Euro, das der Patient zahlen muss, wird von den 5,76 Euro nicht abgezogen. In Unterstufen-Naivität gerechnet ergäbe sich daraus eine Einkommensminderung von 4,24 Euro täglich. Doch die Entscheidung Made in Bayern entkräftet auch diesen Zweifel reichlich überlegt und verständlich formuliert. Bei diesen Zuzahlungen handele es sich nämlich um Aufwendungen, die als Kassenbeiträge mit dem Regelsatz bereits abgegolten wären - in Höhe des gesetzlich festgelegten Grenzwertes. Die Richter sahen in diesen Ausgaben ausdrücklich keinen Ausgleich der ersparten häuslichen Aufwendungen, so die Anwaltshotline.
Themen: Arbeitsmarkt, Gerichtsurteile, Hartz IV, Politik, Recht, Soziales
Kategorien: Kommentare | 0 Kommentare »