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Archiv der Kategorie 'Interviews'

Schützenfest 2.0: Interview mit Markus Beckedahl

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markus_beckedahl_portrait_gross.jpg Markus Beckedahl über Politik im Web 2.0 und warum deutsche Politiker den digitalen Trend verschlafen. Beckedahl ist mit netzpolitik.org Deutschlands bekanntester politischer Blogger und Mitgründer von newthinking communications. Das Interview führte Cathrin Günzel, es erschien in gekürzter Fassung in Ausgabe 09/2008 des PC Magazins sowie online. Das Interview wurde geführt am 8. Juli 2008.

Was versteht die deutsche Politik am Web 2.0 falsch?
Beckedahl: Deutsche Politiker setzen im Web lediglich ihre Offline-Kampagnen fort, “kleben” virtuelle Plakate oder stellen ihren Wahlkampfspot bei Youtube ein. Kurz vor der Wahl wird schnell in die Werkzeugkiste gegriffen, danach sterben die Projekte. Doch wir erleben einen massiven Medienwandel. Fernsehen und Radio werden über das Internet konsumiert, es wird zum neuen Leitmedium. Viele Menschen beginnen, im Netz zu leben. “Online” ist mittlerweile ein sozialer Raum, in dem interagiert und kommuniziert wird. Doch die deutsche Politik ist nicht dabei.

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Hartmut Pohl: Krieg um Know how

Hartmut Pohl, Professor für Informationssicherheit an der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg und Sprecher des Präsidiumsarbeitskreises Datenschutz und IT-Sicherheit der Gesellschaft für Informatik (GI), zum Technokrieg. Das Interview führte Cathrin Günzel, es erschien Anfang Februar 2008 im PC Magazin 03/2008.

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Professor Hartmut Pohl: “Auch der Zoll und der Bundesnachrichtendienst nutzen Less-Than-Zero-Day-Exploits seit 2005 für Onlinedurchsuchungen. Rund ein Dutzend verdeckte Onlinedurchsuchungen hat der BND seitdem durchgeführt, zum Teil in Amtshilfe für andere Behörden.” (Foto: Hartmut Pohl)

Sogar der Chef des britischen Geheimdienstes MI5, Jonathan Evans, warnt Firmen vor Online-Spionen aus China. Was ist dran an der “gelben Gefahr”?
Pohl: Ob diese Angriffe tatsächlich aus China kommen, sei dahingestellt. Ich selbst habe keine Beweise dafür gefunden. Mindestens 35 Industriestaaten oder Schwellenländer spionieren - selbst unsere Partner in der NATO. Meist bleiben die Online-Attacken unerkannt, weil sie unveröffentlichte Sicherheitslücken ausnutzen. Das Tückische: Die sind auch den Herstellern nicht bekannt, werden zum Teil nie öffentlich. Angreifer spionieren nicht nur, sondern sabotieren auch völlig unbemerkt Produktionsprozesse oder ändern Daten.

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Tyrannei der Rückenprävention

Interview mit Dr. Gerd Müller über die wirklichen Ursachen von Rückenschmerzen.
Der Orthopäde Dr. med. Gerd Müller ist einer der Vorsitzenden des Management Committee der Leitlinienkommission “Prävention von Rückenschmerzen” der Europäischen Union und Gründungsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft “Chronischer Kreuzschmerz”.

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Verstand einschalten!

Bei der Jagd nach Software-Schnäppchen lässt so mancher alle Vorsicht fahren. Rechtsanwalt Christian Czirnich aus Zorneding bei München warnt vor Fallstricken. Die Spezialgebiete des 42-jährigen Juristen sind EDV- und Onlinerecht. Cathrin Günzel sprach mit dem Rechtsanwalt, das Interview erschien im Rahmen eines Artikels zum Softwarekauf im PC Magazin, Ausgabe 5/2007.

Rechtsanwalt Christian CzirnichDarf Software “gebraucht” weiterverkauft werden und was muss der Käufer beachten?
Czirnich: Das Weiterverkaufsrecht darf von den Herstellern nicht eingeschränkt werden. Die Hersteller können jedoch bestimmen, dass ihr Produkt vollständig den Eigentümer wechselt - mit allen Dokumenten, die beim Kauf dabei waren, also zum Beispiel Original-CD, Handbuch und Echtheitszertifikat. Und der Verkäufer muss die Software auf seinem Rechner löschen. Wer sich als Käufer da unsicher ist, kann zum Beispiel den Softwarehersteller über den Eigentumsübergang informieren. Nutzt der Verkäufer die Software illegal weiter, hat er dann ein Problem. Bei Software gibt es übrigens keinen gutgläubigen Erwerb von Rechten.

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Die rechte Internationale

Rechtsextremismus: Neue Rechtsextreme sind global orientiert, professioneller und intellektueller, zeigt die Analyse der NPD-Parteizeitung “Deutsche Stimme” durch Politikwissenschaftler Florian Hartleb von der TU Chemnitz. Cathrin Günzel sprach am 20. März 2007 mit dem WissenschPolitikwissenschaftler Florian Hartlebaftler, das Interview wurde am 22. März 2007 auf FOCUS ONLINE veröffentlicht.

Sie haben alle Ausgaben der NPD-Parteipostille “Deutsche Stimme” seit Gründung 1976 analysiert, insgesamt rund 370 Exemplare. Haben sich die Rechtsextremen in den vergangenen 30 Jahren von tumben Glatzköpfen und Revanchisten zu Intellektuellen gewandelt?
Hartleb: Sie sind auf jeden Fall professioneller geworden. Das lässt sich an der “Deutschen Stimme” ablesen. Ihr Themenspektrum ist heute viel breiter. Neue Rubriken wie Wissenschaft, Wirtschaft und Soziales, Kultur und Geistesleben sowie ein Leitartikel des Parteichefs Udo Voigt auf Seite 2 sind hinzugekommen. Die Auflage hat sich mehr als verdoppelt - von 10.000 auf 21.000 Exemplare. Die Seitenzahl stieg von 16 auf 28. Immer wieder versucht die “Deutsche Stimme”, große deutsche Dichter, Denker und Künstler wie Schiller, Bach, Jakob Grimm zu vereinnahmen, die Rechten als Hort deutscher Traditionen darzustellen. Darin zeigen sich auch die Bemühungen der NPD, die gesamte rechte und konservative Szene zu konzentrieren. Und ihre Bedeutung im rechten Spektrum steigt tatsächlich an. Auch der Schulterschluss mit der lange verfeindeten DVU von Ex-NPDler Gerhard Frey ist ein Indiz dafür - den Parteimitgliedern übrigens in einem langen Interview in der “Deutschen Stimme” schmackhaft gemacht.

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Lernen 2.0 ist schon da

Interview mit Achim Berg, Geschäftsführer von Microsoft Deutschland, auf dem FOCUS-Schule-Bildungsgipfel in Berlin über seine Vision der Zukunft des Lernens, geführt von Cathrin Günzel und veröffentlicht bei FOCUS ONLINE am 6. März 2007

Sie sind selbst Vater. Wie führen Sie Ihren Sohn an Neue Medien heran?
Berg:
Mein neunjähriger Sohn Patrick schickt mir jeden Tag kurze Botschaften per Instant Messenger von seinem PC zu Hause ins Büro. Ich versuche ihm immer schnell zu antworten. Das ist für mich ein Weg, ihn an den kommunikativen Umgang mit dem Rechner zu gewöhnen. Damit er aber nicht zu lange am PC arbeitet und nicht in die dunklen Ecken des Netzes gerät, habe ich zahlreiche Sicherheitsbarrieren eingerichtet - Vista macht es möglich. Er darf zum Beispiel nur bestimmte Programme starten, nur ausgewählte Webseiten besuchen. Und nach einer von mir eingestellten Zeit fährt der Computer automatisch herunter.

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“Rotte von Dummchen”

Interview mit Designer Luigi Colani zum Wohnen und Leben in der Zukunft
Geführt von Cathrin Günzel & Sebastian Späthe am 29. August und 11. September 2006. In Teilen erschienen 2006 bei FOCUS Online, “impact” - The European IT Executive Magazine von Fujitsu Siemens 02/2006 sowie “blue line” - Das Executive Magazin von HP 3/06.

Herr Colani, wie werden die Häuser der Zukunft aussehen?
Colani:
Sie werden keine Ecken und Kanten mehr haben. Wir werden Nester bauen - Innendesign und Möbeldesign in einem. Die Architektur macht in ihrer Arroganz den großen Fehler, Innenarchitekten als eine mindere Sorte Menschen anzusehen. Eigentlich müsst man die Architekten verdonnern, in der Scheiße zu wohnen, die sie bauen. Das wäre die größte Strafe für einige.

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Kunst gehört nicht in Archive

Interview mit Stefan Kluge von VEB FILM Leipzig, geführt von Cathrin Günzel Mitte/Ende 2006 über die Zukunft freier Filme und Creative Commons.

“Kunst gehört nicht in Archive, sondern auf den Tisch - und wenn jemand unsere Songs oder Filme remixt oder weitergibt, dann verstehen wir das als Kompliment und nicht als kriminellen Akt!”, meint Kluge, “Die massenhafte Kriminalisierung der Filesharer ist für uns nichts anderes als der verzweifelte Versuch der Konzerne, die bestehenden Machtverhältnisse in die neue Welt hinüberzuretten. Ich glaube nicht, dass sie damit durchkommen.” VEB FILM Leipzig veröffentliche ihren 104-Minuten-Film “Route 66 - ein amerikanischer (Alb-)Traum” Ende 2004 als ersten deutschen “Open Source”-Spielfilm zum kostenlosen Download für Computer und iPod im Internet. Inzwischen wurde der Film 750.000 Mal heruntergeladen sowie auch über P2P-Netze und 600.000 Mal via DVD verbreitet. VEB FILM Leipzig erreichte mit “Route 66″ über 1,5 Mio. Zuschauer, ohne vorher am Markt präsent gewesen zu sein.

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