Bestnoten für Hörfunk-Workshop
jac schrieb am Dienstag, 27. November 2007, 22:16
Mit besten Noten haben die Teilnehmer des Intensiv-Workshops “Schreiben und Sprechen im Hörfunk” am 24. November 2007 in Plauen die Leistungen der Referenten Cathrin Günzel und Sebastian Späthe bewertet. Bereits zum dritten Mal wurden die Nachrichtenredakteure des Vogtlandradios acht Stunden gecoacht - Schreiben fürs Hören, Sprechen, Präsentieren unterschiedlicher Nachrichtenformate bis zum Podcast.
Im Anschluss verteilten die Teilnehmer Zensuren für die Referenten: Dafür waren Bewertungen für elf Bereiche abzugeben - zum Beispiel: “Der Dozent hat mich zu selbständigen Arbeiten motiviert”; “Ich würde erneut ein Seminar bei diesem Dozenten besuchen” oder “Die Seminarinhalte kann ich für meine berufliche Arbeit verwenden”.
Insgesamt trugen die Dozenten 47 Mal die Note “sehr gut”, 17 Mal “gut” und nur einmal die Note 3 (für “Die Zeiteinteilung inkl. Pausen war gut gewählt”) davon. Maximal konnten die Teilnemer 66 Noten vergeben. Weil eine Teilnehmerin eine der Fragen (”Der Medieneinsatz war passend gewählt”) nicht bewertete, wurden insgesamt 65 Noten vergeben.
Das den Seminaren zugrunde liegende “Gerüst”:
Wo lassen Sie denken, Sie sprechen so schön.
Schreiben und Sprechen im Hörfunk
Das Seminar richtet sich an Hörfunkjournalisten vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen. Die Gruppe wird von zwei erfahrenen Journalisten geleitet. Dieses Duo-Konzept erlaubt es, im Seminartag individuell und intensiv auf die Teilnehmer einzugehen, leichte und mäßige Könnensstufen und Vorkenntnisse werden unauffällig ausgeglichen. Nach einer kurzen Einführung vermitteln wir in praktischen Schreib- und Sprechübungen alle wichtigen “Regeln” und Besonderheiten des Hörfunkjournalismus. Jeder einzelne Seminartag wird hörbare Weiterentwicklungen erkennen lassen.
Seminartag 1
Erster Halbtag
In drei bis vier Stunden vermitteln wir die Grundlagen von Spreche und Schreibe. Die theoretischen Seminarinhalte werden sofort durch praktische Übungen gefestigt.
Schreiben
- Mündliche Sprache und die Wahrnehmung beim Hörer
- Kompliziertes einfach und verständlich ausdrücken
- Satzaufbau, Aufbau der Meldung, Stringenz in der Meldung
- Tücken der deutsch Syntax
- aktive, lebendige Sprache
- Zeitformen
- Redundanz
- Gelenkwörter
- starke und abgegriffene Sprachbilder
- Der Erfahrungshorizont der Hörers
Sprechen
- Atem und Atempausen
- Betonungsregeln
- Stimmführung, Tempo und Dynamik
- Natürliche Ansprechhaltung
- Vorbereitung der Manuskripte, Optische Hilfen
Zweiter Halbtag
Für den zweiten Halbtag wird die Gruppe in Zweier-Teams eingeteilt. Diese produzieren jeweils Schlagzeilen und Nachrichtensendung oder auch Redaktions-O-Töne bzw. Magazinbeiträge inklusive Anmoderationen. Im ersten Schritt wird die Schreibe analysiert. Anschließend spricht jeder Teilnehmer seine Meldungen und Beiträge ein. Die Auswertung der Spreche erfolgt in der Gruppe.
Ziel: Verständlicher Aufbau der Meldung, Grundlagen der Betonung, mitdenkender “Vortrag”.
Seminartag 2
Bei Bedarf Kurzwiederholung der bereits vermittelten Inhalte in einer Stunde.
Anschließend arbeiten die Seminarteilnehmer im Redaktionssystem, suchen Nachrichtenmeldungen aus und produzieren Nachrichten, O-Töne und Beiträge. Die jeweiligen Zweier-Teams orientieren sich dabei auf unterschiedliche Formate (regional bis bundesweit von seriös bis bunt oder Boulevard). Nach Auswertung der Schreibe verbessert jeder Seminarteilnehmer seine Manuskripte. Die Auswertung des Sprechens erfolgt wieder in der Gruppe. Die Gruppenarbeit soll das Urteilsvermögen zur eigenen und fremden Spreche verbessern.
Ziel: Hineindenken in Formatunterschiede, Schreiben und Sprechen für verschiedene Formate; intensive Denk-Sprech-Gliederung, Erhöhung des Verständnisses, Ablegen von Manieriertheiten.
Seminartag 3
Die Gruppe arbeitet hauptsächlich im Format des Senders. Schreib- und Sprechübungen werden in der Gruppe ausgewertet. Schwerpunkt ist die Kombination aus theoretischen Schreib- und Sprechkenntnissen und Fertigkeiten mit einer natürlichen glaubwürdigen Ansprechhaltung.
Ziel: Authentische Spreche erhöht das Verständnis und die Glaubwürdigkeit beim Hörer. Die authentische Persönlichkeit schließt Uniformität aus.
An das Grundseminar können sich Aufbauseminare anschließen. Inhalte: Festigung und Professionalisierung Schreibe und Spreche, individuelle Arbeit an Aussprache und Lautreinheit - dies nach individueller Vereinbarung.

