Keine Chance ohne Leistung
Cathrin schrieb am Sonntag, 30. Juli 2006, 12:55
Universitäts-Rektor Professor Wilfried Müller über Flagschiffe, wegweisende Projekte und künftige Herausforderungen an der Universität Bremen. Das Interview wurde von Cathrin Günzel im Jahr 2006 geführt im Rahmen einer Serie über die Exzellenzinitiative 2006.
Auf welche Projekte der Universität Bremen blicken Sie mit besonderem Stolz?
Müller: Besonders gut gelungen ist das DFG-Forschungszentrum Ozeanränder. Seit 2002 fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft unser Flagschiff mit fünf Millionen Euro pro Jahr. Besondere Mühe geben wir uns auch bei unseren Graduiertenschulen, zum Beispiel der Graduate School of Social Sciences. Unter den 20 Absolventen kommen mehr als ein Drittel aus dem Ausland, die Lehrsprache ist englisch.
Wo sehen Sie die Meilensteine für die bisherige Entwicklung der Bremer Hochschule?
Müller: Wir haben das Studium fast komplett auf Bachelor und Master umgestellt, 80 Prozent der Studiengänge im Wintersemester sind auf die neuen Abschlüsse ausgerichtet. Und wir haben unsere Zulassungspolitik verändert, um die Abbrecherquote zu verringern. Wer in Bremen studieren möchte, muss Belege über fachspezifische Voraussetzungen mitbringen. Das Abiturzeugnis allein reicht nicht. Studienanfänger in Politikwissenschaften oder Soziologie zum Beispiel sollten Mathematikwissen nachweisen, Englisch ist häufig erwünscht. Und wir setzen auf E-Learning, führen bei Studiengängen mit hohen Studentenzahlen Prüfungen elektronisch durch. Ein Modellversuch läuft derzeit bei den Wirtschaftswissenschaften.
Was wird in den kommenden Jahren zur größten Herausforderung?
Müller: Der Gewinn in der Exzelleninitiative. Wenn wir das schaffen, verändert sich bei uns alles. Wir werden mehr Geld ausgeben, um die Bremer Forschung weltweit bekannt zu machen und den internationalen Austausch der Studenten fördern. Bremen ist bereits berühmt für seine Marine Geowissenschaften, die Materialwissenschaftler sind in den internationalen Forschungsnetzwerken vertreten und unsere Wissenschaftler für internationale Politik und internationale Beziehungen werden weltweit zitiert. Diese internationale Vernetzung wollen wir ausbauen. Wir führen ein strengeres Qualitätsmanagement in der Lehre ein, knüpfen die Beziehungen zur Forschung enger - und steigern die Anforderungen an unsere Studenten.
Warum sollte ein Studienanfänger sich Bremen aussuchen?
Müller: Wir sind eine lebendige forschungsstarke Gemeinschaft, ein internationaler Campus. 15 Prozent unserer Studenten kommen aus dem Ausland, bei den Masterstudiengängen sind es fast 40 Prozent. In Bremen ist eine Menge los, wir führen unsere Grundsatzdebatten öffentlich. Und wir fordern Einsatz, alle müssen in den nächsten Jahren mehr leisten, vom Rektor bis zu den Studierenden. Wer dazu nicht motiviert ist, sollte nicht nach Bremen kommen. Übrigens, für Fußballfans gibt es noch einen besondern Grund, sich für Bremen zu entscheiden: Den Bundesligaverein Werder Bremen.
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